Steinpapier: Das einzige umweltfreundliche Papier

08.07.2015

25.06.2015

Tree-Free ist eine Bezeichnung für Steinpapier, da bei seiner Produktion kein Baum gefällt werden muss. Es wird aber auch kein Wasser verbraucht und deutlich weniger Energie und Abfall erzeugt. Die Ökobilanz ist unschlagbar. Zudem ist Steinpapier Cradle-to-Cradle-zertifiziert. Die Hersteller von Steinpapier sind überzeugt: Es gibt nur ein nachhaltiges Papier: Steinpapier.

Deutschland ist der zweitgrößte Papier- und Zellstoffimporteur der Welt – nach den USA. Deutschland verbraucht so viel Papier wie die Kontinente Afrika und Südamerika zusammen (WWF). Der Pro-Kopf-Verbrauch von circa 250 Kilogramm zählt zu den höchsten weltweit. Bei der Produktion von einer Tonne Papier werden circa 5.500 Kilowattstunden Energie verbraucht. Mit der Menge ließen sich mehr als 5.000 Maschinen Wäsche waschen (A+++), rund 80.000 Hemden bügeln oder ein 300-Liter-Kühlschrank über 30 Jahre lang betreiben.

Bei der Produktion von einer Tonne natürlichem Zellstoffpapier entstehen außerdem circa 1.500 kg CO2 – etwa so viel, wie ein Mittelklasseauto für 10.000 gefahrene Kilometer emittiert. Zudem werden bei der Produktion von einer Tonne Papier circa 60.000 Liter Wasser verbraucht.

Papier aus Mineralpulver

Steinpapier oder auch als Rockpaper bezeichnetes Papier besteht bis zu 80 Prozent aus Steinmehl (Calciumcarbonat) – der am meisten verbreitete Rohstoff auf der Erde ist. Abhängig von der Grammatur wird eine bestimmte Menge aus recycelfähigem Polyethylen zugesetzt, z. B. von recycelten PET-Flaschen. Polypropylen ist ein Kunststoff, der in Bezug auf Toxikologie und Umweltbelastung bei der Produktion, Verbrennung/Deponierung keine Probleme darstellt. Das Material gilt als gesundheitlich unbedenklich. Der Polyethylen-Anteil verbrennt rückstandslos ohne giftige Gase. Zurück bleibt nichts als Steinmehl. Das Papier ist vollständig zellstofffrei, weshalb es auch als „Tree-Free-Material“ bezeichnet wird.

Aus der Mischung dieser Grundstoffe wird Granulat gewonnen und Pellets, aus denen das Papier in verschiedenen Stärken und Breiten fabriziert wird. Abgesehen davon, dass kein Baum gefällt werden muss, weist Steinpapier auch sonst hervorragende Umwelteigenschaften auf, die sich positiv auf die Ökobilanz auswirken:

90 Prozent Energiereduktion mit erheblichem CO2-Effekt

Bei der Herstellung von Steinpapier wird signifikant weniger Energie benötigt. Gegenüber dem Energiebedarf für die Herstellung einer Tonne herkömmlichen Papiers von 5.600 Kilowattstunden werden bei der Produktion von Steinpapier rund 4.700 Kilowattstunden eingespart. Das entspricht etwa dem jährlichen Energieverbrauch eines Vier-Personen-Haushalts. So kann sich auch die CO2-Bilanz von Steinpapier sehen lassen. Bei seiner Herstellung werden über 50 Prozent weniger umweltwirksame Gase emittiert.

 

Die Grafik zeigt den Energie-Verbrauch für die Produktion von einer Tonne Steinpapier im Vergleich zu Frischfaser-Papier: Foto: Print & Media Group.


Kein Wasser, keine Chemie

Bei der Herstellung von Steinpapier wird quasi kein Wasser verbraucht, während für die Produktion einer Tonne hundertprozentigem Recyclingpapiers circa 33.000 Liter sowie bei 100 Prozent Zellstoffanteil sogar circa 60.000 Liter Wasser verbraucht werden – eine Menge, mit der sich etwa drei Tage am Stück duschen ließe.

Während des Produktionsverfahrens von Steinpapier werden nicht nur keine Zellulose und kein Wasser, sondern auch keinerlei Säuren, Bleichmittel oder sonstige Chemikalien eingesetzt. Abfälle innerhalb der Produktion werden einfach wiederverwendet oder können als Steinmehl der Biokompostierung zugeführt werden.

 

Die Grafik zeigt den Wasser-Verbrauch für die Produktion von einer Tonne Steinpapier im Vergleich zu Frischfaser-Papier: Foto: Print & Media Group.


 

Cradle-to-Cradle®-zertifiziert: Umweltfreundlich drucken

Der Bestandteil von circa 80 Prozent Calciumcar­bonat im Steinpapier besteht vollständig aus Abfallmaterial (z. B. Bruchsteine und Restmaterial) aus Steinbrüchen. Der Kalkstein wird in vielen Durchgängen zu sehr feinem Staub zermahlen. Das PE dient als Bindemittel. Unter sehr hohem Druck entstehen die papierähnlichen Materialbahnen. Das im Steinpapier verarbeitete Polyethylen besteht aus Recycling-Polyethylen. Trotz der Natürlichkeit und Recycelfähigkeit des Materials sollten Drucksachen nicht in die Biotonne, da das Material optisch nicht von herkömmlichen Materialien unterschieden werden könnte. Gleichwohl ist der Polyethylen-Anteil erneut vollständig recylcelbar.

Von Seiten des Bundesumweltministeriums sind neue Regularien geplant. Derzeit ist Steinpapier über den gelben Sack, das duale System in Deutschland oder in den Restmüll zu entsorgen. Wie erwähnt, ist das Material im Kunststoffrecycling wiederverwertbar und der Rest ist reines Steinpulver. Steinpapier kann der Wiederverwertung nach Kategorie 2 zugeführt werden. Beim Verbrennen zur Energieerzeugung in Müllverbrennungsanlagen werden keine giftigen Gase freigesetzt.

Obwohl Zellstoffpapiere gute Recyclingquoten aufweisen und die Industrie mit Labels für verantwortungsvolle Waldwirtschaft auf die erhebliche Umweltbelastung des steigenden Holzverbrauches reagiert, weist Steinpapier eine bessere Umweltbilanz auf. Darum entspricht der Herstellungsprozess den Grundsätzen des Cradle-to-Cradle-Konzeptes (EPEA Internationale Umweltforschung GmbH) Steinpapier trägt das Cradle to Cradle Silver Zertifikat.

Das Zertifikat zeichnet Produkte aus, die die Intelligenz natürlicher Systeme für die Entwicklung neuer Produkte nutzten, um eine harmonische Koexistenz von Wirtschaft und Natur zu ermöglichen. Getreu dem Konzept „Cradle-to-Cradle“ werden für die Herstellung von Steinpapier nur Materialien benutzt, die schon vorhanden sind und später für neue Produkte wieder verwendet werden können.

Optimales, umweltfreundliches Umweltprodukt: Haptik, Papiereigenschaften

Steinpapier ist vollständig wasserfest und faserfrei. Die völlig neue Haptik des Materials ist angenehm und lässt sich am besten mit „samtig-glatt“ beschreiben. Das Papier ist gebrochen weiß, reißfest, sehr belastbar, schwer entflammbar und sehr gut beschreibbar. Es eignet sich für bestimmte Anwendungsgebiete besonders gut:

Fachmagazin auf Steinpapier

Der Verlag GPG, German Publishing Group GmbH & Co. KG hat ein viel beachtetes Fachmagazin „Ethik in der Druckbranche“ publiziert, das vollständig auf Steinpapier von der Offsetdruckerei MHD-Druck in Herrmannsburg produziert wurde. Bei Interesse können Sie ein Steinpapier-Druckmuster über diesen Link bestellen.

Der Verlag German Publishing Group GmbH & Co. KG zählt zu den ersten Verlagen in Deutschland, die ein umfassendes Fachmagazin
vollständig auf Steinpapier haben produzieren lassen.


Anwendungen für die Druck- und Medienbranche

Der steinerne Bedruckstoff erlebt seit einigen Jahren einen Durchbruch bei der nachhaltigen Medienproduktion. Das Material kann problemlos für sämtliche Akzidenzbereiche eingesetzt werden und eignet sich aufgrund seiner Beschaffenheit für bestimmte Anwendungen aber besonders gut, z. B. für hochwertige Tragetaschen, wasserbeständige Landkarten, Anleitungen oder Hand- und Wartungsbücher. Wegen seiner Wasser- und Reißfestigkeit z. B. auch für Outdoor-Plakate, Tapeten, Speisekarten, Türanhänger, Schachteln, Kartons usw.

Steinpapier-Druckereien

Die Nachfrage nimmt stetig zu. Druckereien, die das Papier einmal bedruckt haben, bietet es ihren Kunden gerne wieder an – Steinpapier bietet derzeit eine deutliche Alleinstellung. Umweltbewusste Kunden sind begeistert. So hat sich die Druckerei MHD-Druck- und Service GmbH aus Hermannsburg in der Südheide schon immer auf besonders hochwertige Druckerzeugnisse spezialisiert und schon öfters auf Steinpapier gedruckt. Geschäftsführer

Erwin Prehn mag das Material und seine Eigenschaften und benutzt Steinpapier auch für einige seiner eigenen Drucksachen. Die auf hochwertige Tragetaschen u. a. aus Steinpapier spezialisierte bagobag GmbH aus Berlin produziert Steinpapiertaschen seit 2011.

Druckeigenschaften, Preise

Generalimporteur und ein weiterer Druckdienstleister für Steinpapier ist die Print & Media Group GmbH & Co. KG. Technische Daten, ein Preiskalkulator für unterschiedliche Grammaturen und die Möglichkeit, Muster zu bestellen, finden sich auf der Website des Papierlieferanten rockpaper.de.
Steinpapier lässt sich sehr gut im Offset-, Sieb- und Digitaldruck bedrucken. Beim Drucken wird keine Farbe absorbiert. Druckbilder wirken kontrastreicher und Druckfarbe kann gespart werden. Die Bilanz der Druckereien ist positiv. Das Papier kostet circa das Zweifache im Vergleich zu hochwertigem Umweltpapier.

Fazit: Steinpapier ist hundertprozentig zellstofffrei, wasser- und reißfest, es entstehen keine Bleichmittel, Laugen oder Säuren, es wird weniger Druckfarbe benötigt, bei brillanten Druckergebnissen. Das Material mit völlig neuer Haptik wird zunehmend von umweltbewussten Printbuyern entdeckt. Für Druckdienstleiter ergeben sich kernige Alleinstellungsmöglichkeiten, wenn die herausragenden Eigenschaften des Papiers z. B. über Informationsbroschüren erklärt bzw. beworben werden. Kunden profitieren durch ein besonders samtiges Produkt und können für sich den Imagegewinn gelten lassen, auf einem der weltweit umweltfreundlichsten Papieren gedruckt zu haben, schlicht mit dem Argument, dass hierfür nicht nur wenige, sondern überhaupt keine Bäume gefällt werden mussten.

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